Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren
ist Stille
Knirschende Schritte im Kies
Die kalte Luft
wie Schmetterlinge
streicht mir um die Nase
Gedämpfte Gedanken
Blick in die Ferne
glasklar
wie der Himmel
Das alte Jahr
wie welkes Laub
unter den Bäumen
Das neue Jahr,
die Schneeflocke
noch nicht auf der Zunge geschmolzen
Und ich
dazwischen,
ein glitzernder Tautropfen
am seidenen Faden
vom letzten Sonnenstrahl
durchleuchtet
zwischen den Jahren.

photo/Foto: Friedrich Böhringer

photo/Foto: Friedrich Böhringer

Nach einem Waldspaziergang war ich in einer poetischen Stimmung. Der Wald hat oft diese Wirkung auf mich, besonders, wenn ich allein spazieren gehe, dann bewege ich mich wie in einer Blase und Wörter sammeln sich ganz von selbst. Zwischen Weihnachten und Neujahr hängt man oft irgendwie ein wenig in der Luft, die Feiertage sind vorbei, man kommt endlich zur Ruhe, das Jahr ist irgendwie vorbei, aber eben auch noch nicht ganz.

After a walk in the forest I was in a poetic mood – the woods often have that kind of effect on me, especially if I’m allone. Then it’s as if I am in a sort of bubble and words come out of their own accord. In the time between Christmas and New Year everything finally quiets down, the old year seems to be over, but isn’t quite, and the New Year is not there yet.