Durch das Fenster (NaPoWriMo 26)

Ich blicke aus meinem Fenster
dem Fenster meiner Seele
und sehe
Dunkelheit
spiegelnde Dunkelheit
Dunkelheit die alles Licht verschlingt
Licht, das nur gespiegelt ist
Das niemals wirklich dort war

Ich blicke aus meinem Fenster
dem Fenster in meinem Zimmer
und sehe
spiegelnde Dunkelheit
Finsternis in der sich Licht spiegelt
Schreibtischlampen von suchenden Dichtern
Stifte von findenden Dichtern
und die Ampeln schalten auf grün
draußen in der Dunkelheit
Und die Autos nicht mehr auf rot

Ich blicke aus meinem Fenster
in das Fenster von gegenüber
das Fenster in dein Leben
und siehst den gleichen Blick
wie einen Spiegel
Er wirft meine Hoffnungen und Sehnsüchte
auf mich zurück
Und verstärkt sie noch

Ich blicke aus meinem Fenster
dem Fenster meiner Seele
und sehe
Licht
Licht das alles durchflutet
das mich überflutet
das mir den Atem raubt
und mich ganz ausfüllt
das aus mir heraus strahlt
und sich Wege sucht
durch die Dunkelheit
Wege die sich immer wieder ändern
sich verabschieden, sich finden, sich kreuzen
sich verlieren, sich treffen
sich umarmen…

Ich blicke aus meinem Fenster
Und blicke ins Nichts
nichts
nur ich
nicht einmal ich

 

Heute war Maureen’s prompt bei NaPoWriMo.net ein Frage-Antwort-Gedicht zu schreiben. Eigentlich war es eher im Sinne von ritualisierten und wiederholten Antworten einer Gruppe gedacht. Mein Gedicht ist aber, obwohl es ihm nicht anzusehen ist, als Zwiegespräch entstanden. Ich habe mit einem Freund Zeilen ausgetauscht, Verse in den Raum gefragt und dann Antworten beantwortet. Ein sehr inspirativer Prozess! Danke!

Today’s NaPoWriMo.net prompt made me write a question-and-answer-poem, though not in the form of ritualized responses or similiar to sea-chanties… My poem was created in a sort of conversational progress. A friend and I exchanged lines, verse were questions and answers, and answered answers. A very inspirational process! Thank you!

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