Eisblumen

Kalte Finger/ Sie zittern in der eisigen Luft
frieren wie das letzte verbliebene Laub an den Bäumen/ wenn der erste Winter naht
Blumen blühen – Eisblumen an den Fenstern/ Wunderschön und doch so zerbrechlich
Der letzte Sommeratem schmilzt sie mittags von den Scheiben/ Auf das sie in der Dunkelheit wieder auferstehen
dunkle Blumen der Nacht/ Eisblumen blühen im Dunkeln
Denn sie sind viel zu schön für den Tag/ Im Licht erblinden unsere Augen
trocknen aus für immer/ verlieren die Schönheit des Subtilen
Und reißen alle Fehler aus der Dunkelheit/ Die Nacht ist die Königin der Geheimnisse

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Dieses Gedicht ist mein (na ja, eigentlich nicht nur mein) erster Versuch eines Cleave-Poems (Fugengedicht?). Das ist eine Form, bei der man sowohl die linke Seite, als auch die rechte Seite als eigenständiges Gedicht lesen kann, oder beide zusammen. Quasi drei in eins. Dieses ist in Zusammenarbeit mit einem Freund entstanden (Danke für deine kreative Energie!), quasi abwechselnd, wobei wir beide an beiden Hälften geschrieben haben. Wie das Thema zustande gekommen ist… keine Ahnung. Eigentlich war es ein ziemlich warmer Tag. Beim Blick aus dem nächtlichen Fenster kann man das aber allzu leicht vergessen.

This poem is my (well, actually not only my) first attempt at a cleave poem, which is form of poetry, where both the left and the right side (in bold print) kann be read as a separate poem. But, read together, the make a poem as well. Isn’t that neat? This one came into life in collaboration with a friend (Thanks for your creative energy!), writing alternately. How we came to write about that topic? I have no idea! Actually, today was a pretty hot day. But looking out of the window into the night, that may easily be forgotten. (Plus I get cold fingers when typing ;) )

What?

What is strong and makes you weak?
What pushes you down and to the highest peak?
What gives you both happiness and sorrow?
What makes you forget yesterday and tomorrow?
What makes your heart so glad and wide?
What is the reason for deep pain inside?
What gives you hope in the darkest night?
What is so hard to give up, for what would you always fight?
What can you yearn for and wait forever?
What do you dream of, but might reach it never?
What do you need like water or bread?
What might follow you until you are dead?
What gives so much, but so much can take?
What can cause the future to break?
What is both bitter and sweet?
What is wild and soft and cold and heat?
What is strong and makes you weak?
What pushes you down and to the highest peak?

 

This started out as a riddle, then turned so obvious I almost decided to entitle it with the answer, but then I decided to leave it as it is.

Das hier war eigentlich als Rätsel gedacht, aber dafür ist es wohl längst zu eindeutig. Ich hatte fast schon überlegt, ob ich die Antwort als Titel darüber schreiben sollte, aber dann habe ich doch beschlossen, es so zu lassen.

Farbentraum

Ich würde die Fenster gern mit Farbe bemalen
mit gelb, rot, blau, grün bis vor Freude sie strahlen
mit orange und violett, mit leuchtenden Streifen
und Punkten und Linien, die die Laune ergreifen
und mit ihr im Tanz wirbeln durch den Raum
im Kreis durch Seifenblasen wie ein Kindertraum
Und am liebsten würd ich das auf den Himmel übertragen,
dass die Farbe um die Welt geht, ohne zu fragen
wohin und woher, sondern einfach so weiter
Ein Blick zum Himmel und man wäre heiter
Doch der Himmel ist nun mal nicht so,

sondern grau.

 

Dieses Gedicht ist an einem grauen Regentag entstanden, als ich mich nicht auf den Unterricht konzentrieren konnte und stattdessen zum Fenster hinausgestarrt habe.

I wrote this poem on a rainy day, not beeing able to concentrate on lessons, and instead staring out of the window, and imagining being able to color the gray.

Was wären wir ohne sie?

Sie schenken uns das Leben
am ersten Tag
und an jedem neuen Tag danach
Sie schenken uns Mut
Und Zuversicht und Selbstbewusstsein
Und helfen uns auf, jedes Mal
Wenn wir gefallen sind
Sie schenken uns ihre Augen und ihre Ohren
Und sind für uns da
Mit voller Aufmerksamkeit
Immer
Sie schenken uns Sicherheit und Geborgenheit
Halten uns fest solange wir es brauchen
Und dann helfen sie uns, unsere Flügel zu entfalten
Und lassen uns los, in den Himmel hinein
Sie schenken uns ihre Liebe
unabänderlich und unendlich
Ohne dass wir irgendetwas dafür tun müssten
Oder irgendetwas dagegen tun könnten
Sie schenken sich uns
Mit Haut und Haaren
Jeden Tag neu
Und tun alles für uns
Ohne dass wir es verdient hätten
Was wären wir ohne unsere Mütter?

Dieses Gedicht ist zwar schon ein Jahr alt, aber immer noch aktuell. Für meine Mama!

For Mom!

Not perfect

I’m not perfect,
but I’m perfectly happy
I’m not fearless,
but I’m not afraid to share my fears
I’m not physically strong,
but my emotional strength weighs that up
I can’t hold back my tears every time,
but I can accept that letting them go is cleansing and frees me
I’m not always sure of myself,
but I know people who will assure me that I have the right to be
I’m not friendly all the time,
but I’m a true friend
I’m not always happy,
but I know I will be happy again
I’m not ready,
but I will be ready just in time
I’m not perfect,
but I’m perfectly happy with myself
just the way I am

After NaPoWriMo, I needed some time to let go and relax after a month of writing and posting daily. So now I’m back to my „about-once-a-week“-rhythm again, sometimes posting fresh poems, with the paint still wet, sometimes one I find in my drawers. This is one of the latter – I’m missing Maureen’s prompts. ;)
Like every person I have doubts. But luckily, I also have family and friends to reassure me.

Nach dem intensiven Schreib-Monat April habe ich ein bisschen Zeit zum Entspannen und nicht täglich Schreiben und Posten gebraucht. Jetzt bin ich aber wieder da und zurück in meinem „ungefähr-einmal-pro-Woche“-Rhythmus. Manchmal mit „frischen“ Gedichten, manchmal mit welchen, die ich in meinen Schubladen finde.
Wie jeder Mensch, habe ich manchmal Zweifel. Aber zum Glück habe ich auch Familie und Freunde, die mich wieder aufbauen.