Future

The future is a patchwork blanket
that you start sewing
the day you are born
You think you are making this blanket
for yourself,
but in reality you will wrap
future children in it one day
Looking at it,
you will find blood stains
from the times you were careless,
loose ends and threads
from when you were too tired to work tidily,
perfect stitches, all clean and in order
from when life went just the way it should,
bleached out pieces
you’ve looked back at so often,
colors and big stitches
from when you were confident and happy.
Sometimes you may even stitch a patch
onto history, your own name on a page
And at the very end you will see
that it is not just one blanket
You have worked at a small part
of the Future
Your blanket is one piece
as big and as small as any other
in this big patchwork blanket that is
our Future.

 

This poem just came into existense without a real reason for it. I decided to write something and just started with whatever came into my mind. I am thinking quite a lot about the uncertainty of future right now, though.

Dieses Gedicht ist wieder mal eins von denen, die einfach aus dem Blauen kommen. Ich wollte etwas schreiben und habe einfach angefangen, ohne groß zu überlegen. Allerdings denke ich zur Zeit wirklich relativ viel über die Ungewissheit der Zukunft … nach.

Halb

Die Einsamkeit eines vollgestopften Zimmers
hat etwas beklemmendes
Ein Kartonlabyrinth auf dem Fußboden
und erste Regalbretter leer
Die zurückgelassenen Dinge rufen
nimm uns mit, wir gehören doch zu deinem Leben
Und das, was man braucht, ist immer ganz unten
Die Aufregung, die Vorfreude, die Erwartung
sie schweigen in diesem Moment
lassen den CD-Player sprechen –
bis zuletzt bleibt er im Regal.
Die alten Zeiten klopfen an die Tür
nur ein Buch aufgeschlagen,
eine Schachtel geöffnet
und schon halten sie einen fest
Selbst wenn man es schafft, sich loszureißen,
blicken sie einem doch mit traurigen Augen hinterher
Dieser Raum war ein Zuhause
doch jetzt flackert die Kerze im Fenster
Vielleicht ist es dieses Zittern
das die Einsamkeit am besten darstellt
Noch nicht weg, nicht mehr da
Halb voll, halb leer

 

Bald steht ein Umzug ins Haus, zumindest für mich. Deswegen muss ich mich von einigen Dingen trennen, und der Rest ist mittlerweile zu großen Teilen in Kisten verschwunden, was mich etwas melancholisch stimmt.

There’s a move knocking on the door, at least for me. So I’ve been packing a lot of things in boxes and some I’ll be leaving here. My room is currently in some strange state between full and empty, not here, not there, which makes me feel a bit nostalgically.

Vor dem Fenster

Fenster sind im Dunkeln
wie Spiegel
Draußen könnte alles sein
Der Garten könnte sich
in einen wilden Wald verwandeln
in dem Fabelwesen grasen
und Wichtel wohnen
Die Bäume könnten sich losreißen
von ihren im Boden verankerten Wurzeln
und auf Wanderschaft gehen
Der Boden selbst könnte lebendig werden
und Laub ausspucken wie ein Vulkan
Ich kann mir aber auch
einfach nur vorstellen,
dass draußen jemand ist,
der mich liebevoll beobachtet
ohne dass ich es merke…

 

Irgendwie schreibe ich allzu oft wenn es draußen Dunkel ist und wenn ich nach Inspiration suchend aus dem Fenster schaue, dann reflektiert das Fenster meine eigenen Gedanken… Dieses Gedicht habe ich allerdings schon vor einiger Zeit geschrieben.

Somehow, more often than not, I end up writing when everything is dark outside, so that my own thoughts are reflected back at me, when I stare pondering out of the window, looking for inspiration. This poem was written some time ago though.

Refound

I just found some old photos
I never knew I had
But there they were
on a memory stick in the back of a drawer.
I didn’t take those photos
I usually hope that someone else does
so that I can live the moment
and relish its beauty
sink into it wholly
I also hope that I get those photos later
and that they manage to capture
the beauty of my moments
Sometimes I’m lucky
Sometimes they show me things I haven’t seen
and sometimes I find them years later
a trip back into time
which makes me grateful to have lived
that moment

 

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Fotos von Miriam Sparrer

 

Amidst a sort of computer chaos, I found a memorystick with photos from a few years a ago. Definitely cheered me up – and suddenly I had this notion of having to write, and this feeling of being lucky to live and able to see such beautiful things, remembering the magic of moments!

Eigentlich war ich gerade mies gelaunt, weil mein Laptop nach einer Reparatur ein einziges Chaos war, aber dann habe ich bei der Suche nach einem Stick zum Rüberladen von Dateien, auf diesem Stick alte Bilder gefunden. Irgendwie hat das meine Laune signifikant gehoben und ich hatte gerade beim Betrachten der Bilder einfach das Bedürfnis zu schreiben, und dieses Gefühl, zu leben und wunderschöne Dinge sehen zu dürfen, auszudrücken. Ich schwelge in der Magie der Momente!