Nachthimmel

In dunklen, fast schon Winternächten
ist oft die Luft so hart und klar
als ob, mit einem Ping zerspränge
die Nacht, in tausend Stücke da,
wenn man sie sachte nur berührte,
dann bräch der Himmel leis entzwei;
es würde Eis und Feuer regnen,
auch Sterne wären wohl dabei.
In dunklen, fast schon Winternächten
ist oft die Luft so hart und klar
wie Glas, man hört sie leise klirren,
das Universum ist ganz nah.

 

Schon vor einigen Wochen hatte ich diese Glas-Analogie im Kopf, als ich vom Sportzentrum zum Bus gelaufen bin. Es hat noch ein wenig gedauert, bis sich das obige Gedicht herauskristallisiert hat, aber heute war eine ähnliche Stimmung.

I’ve had this night-glass-analogy in my head for a few weeks now, but the words didn’t put themselves together until now.

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If I had time to be bored

The wind could tell me stories
and the stars would sing their song
I’d see the night sky’s glories
and could softly sing along

The night could show me darkness
and silence whisper words
to fill my dreams with excess
of magic, music, birds.

My mind could wander yonder
further off the beaten path.
If I had time to ponder,
time to enjoy every breath.

star-filled sky/ Sternenhimmel

photo by/Foto von: Jonas Würdinger

Poetry takes time to grow and I tend to be a lot more creative when I’m bored, but recently, that hasn’t happened often enough. This is not a product of boredom though, but rather born out of the inner need to write something again.

Gedichte brauchen Zeit, um zu entstehen und zu reifen und ich bin generell viel kreativer, wenn ich mich langweile. Leider hatte ich dazu in letzter Zeit eindeutig nicht genug Zeit. Dieses Gedicht ist auch nicht aus dem Nichts-tun heraus entstanden, sondern aus dem Bedürfnis, endlich mal wieder etwas zu schreiben.

Abendspaziergang

Die Luft, so reif, und noch ist’s klar
Wolken ziehen wie Kraniche, wahr-
haftig durchs Abendleuchten, am Rand,
wo Erde und Himmel sich machen bekannt

Und ich gehe atemlos in den Wald
Schaue, aber mache erst auf der Lichtung kurz halt
Wind, und leise Tropfen fallen nieder
Sanft, doch beharrlich, auf die Lippen und Augenlider

Und im Regen der Himmel verschwimmt
Blau, hellblau, grau, so unbestimmt
Die Farben kämpfen noch, leuchten,
durch das entlaubte Blätterdach, das feuchte

Und es wird Dämmerung, die Nacht sich regt
Die Augen sehen den Himmel, doch die Füße finden den Weg
Der feucht-nasse Boden reagiert auf den Schritt
Die Füße rutschen ein wenig über den Matsch, gleiten mit

Die weißen Schuhe stechen hervor aus der Dunkelheit
Der Rest verschwimmt mit dem Wald, bereit
Zu verschmelzen, doch der Weg hat ein Ende
Häuser erkennbar, leuchtende Straßenlaternen und meine Hände,
befreit aus dunklen Handschuhen, sind warm und heißen
den Regen willkommen, geöffnet, ganz leise
Wie auch die Haustür, und noch ein Blick
Geht von mir auf den Himmel zurück.

 

 

Zur gleichen Jahreszeit entstanden wie jetzt, aber das Jahr war ein anderes. Die Gefühle, die ich bei dem hier beschriebenen Spaziergang hatte, wiederholen sich aber auch dieses Jahr wieder, wenn ich morgens oder abends Rad fahre, noch oder schon wieder ein bisschen müde bin, und das Gefühl habe, zu verschwimmen.

This poem arose in the same season as we are now, but the year was a different one. The feelings which I had during the described walk are the same though. Now they arise when I bike to or from uni in the mornings/evenings, when I am still/already a little tired and dreamy.

 

First white

A small girls dream
Heaven is crying stars
Glittering and dancing
They fall
Gleaming in the light
of lonely streetlamps
They fall
One last rebellion
against the inevitable
They fall
Joyously tumbling,
radiating happiness
They fall
Melting unnoticed
on a dark and dirty road
They fell
Dancing until the end
like a once small girl
twirling amidst them.

 

Yesterday we experienced the first snow of the season. It was only a light powdering, contrasted against a dark night sky, but first snow always transports me back to my childhood and makes me happy.

Gestern hatten wir den ersten Schnee der Saison. Es war nur ein ganz leichtes Rieseln und liegen geblieben ist es auch nur sehr kurs, aber der erste Schnee ist trotzdem jedes Jahr wieder etwas Besonderes. Die Leichtigkeit der Flocken macht mich glücklich!

November

Colors falling from the trees.
Colors falling onto heaps,
leaving branches, naked and bare:
Falling colors are fall’s last flare.

Now the trees stand shivering cold.
In the gray morning mist, they look like old
men, leaning against each other for strength
to remain upright for the year’s remaining length.

Now when the wind brushes through the wood
the trees only creak in their solitude.
No gentle rustling of fresh green leaves anymore,
just small bits of color blown about the forest floor.

 

I live near a river and fall is becoming increasingly foggy. If it were not for cozy evenings in the warmth, and together with friends, one might consider it depressing.

Vermutlich liegt es am nahen Fluss, aber es wird gerade jetzt im Herbst fürchterlich neblig und dunstig. Zum Glück gibt es warme Zimmer und Abende mit Freunden und Familie!