Sommertage

Zeit fließt flirrend über warme Straßen
schwingt sich um die Laternenpfähle empor
tanzt zwischen den Blättern der Bäume und Kräuter auf dem Balkon
gleitet über das Wasser der Donau, kräuselt die Oberfläche – ganz leicht –
es muss die Zeit sein, denn der Wind steht still
Und schon wieder ist einer dieser frühen Sommertage – vorbei
Nichts geschafft und doch alles
genossen, die Zeit winkt von hinter der nächsten Ecke
und wir
lassen uns treiben.

 

Eigentlich gibt es gerade Feiertage en masse, wir haben noch nicht wirklich viel zu Lernen oder tun, meine Referate liegen hinter mir, aber trotzdem scheinen die Tage sich die Klinke in die Hand zu geben. Noch dazu ist es Sommer geworden, die ersten Mutigen schwimmen schon im Fluss. Irgendwie sind die Verse dieses Gedichtes ein wenig so wie die Tage geworden, unerwartet, langsam, aber trotzdem irgendwie schnell vorbei.

One should think enough time is presently there, what with all the holidays we’re enjoying, but actually the days just seem to fly by at the moment. And summer is here, it’s so warm the first brave ones are already swimming in the river.

Frühlingsdüfte

Schließ die Augen, lass dich –
einmal – von der Nase leiten
Frühling lässt die Düfte flattern
in der leicht erwärmten Luft

Flieder, weiß und träge gleitend
süß und schwer legt er sich über
frisch geschnittenes Gras,
feucht und warm, es kitzelt
in der Nase wie die Grashalme

Eine ganze Blumenwiese,
durcheinander, gänzlich unzuordenbar,
klar begleitet durch den Grill
rauchig, deftig wecken Hunger
und der Appetit ist da

Warme Gleise riechen nach Ferne
und auch nach Erinnerung
Klebrig, süß und bitter, dampfig
trifft auf kalte Morgenfrische
kühl-neutral, sie riecht nach blau

Schließ die Augen, Sinne offen
für so manchen neuen Duft
Frühlingsfinger streicheln Nasen
und verwöhnen durch die Luft

 

Ich versuche zur Zeit meine anderen Sinne zu öffnen und gerade, wenn man aus einem stickigen, fensterlosen Hörsaal ins Freie tritt, fühlt sich alles viel intensiver an.

I try to enjoy spring with all my senses, even the ones I don’t usually use as frequently. Especially when you step out of a stuffy, windowless lecture hall, the smells (and sights and sounds) of a beginning summer feel so intense.

Türen

Türen über Türen
Wege gehen gerade
gabeln sich, kreuzen sich
Wir gehen so vor uns hin
nichts als den eigenen Weg im Sinn
Spüren wir sachte den Luftzug –
spüren wir die Tür?
Neue Wege öffnen sich
und wir wagen den Weg
gehen hindurch?
oder warten wachsam
auf die nächste Tür?

Nach einer Woche Schreibpause mal wieder ein kleines Gedicht. Ich habe ein wenig mit Alliteration herumgespielt und meine Balkontür stand offen.

After my one-week-writing-break after NaPoWriMo, a short poem in which I played around with alliteration a bit. And just in case you’re wondering: the door to the balcony was open.