Frühlingsdüfte

Schließ die Augen, lass dich –
einmal – von der Nase leiten
Frühling lässt die Düfte flattern
in der leicht erwärmten Luft

Flieder, weiß und träge gleitend
süß und schwer legt er sich über
frisch geschnittenes Gras,
feucht und warm, es kitzelt
in der Nase wie die Grashalme

Eine ganze Blumenwiese,
durcheinander, gänzlich unzuordenbar,
klar begleitet durch den Grill
rauchig, deftig wecken Hunger
und der Appetit ist da

Warme Gleise riechen nach Ferne
und auch nach Erinnerung
Klebrig, süß und bitter, dampfig
trifft auf kalte Morgenfrische
kühl-neutral, sie riecht nach blau

Schließ die Augen, Sinne offen
für so manchen neuen Duft
Frühlingsfinger streicheln Nasen
und verwöhnen durch die Luft

 

Ich versuche zur Zeit meine anderen Sinne zu öffnen und gerade, wenn man aus einem stickigen, fensterlosen Hörsaal ins Freie tritt, fühlt sich alles viel intensiver an.

I try to enjoy spring with all my senses, even the ones I don’t usually use as frequently. Especially when you step out of a stuffy, windowless lecture hall, the smells (and sights and sounds) of a beginning summer feel so intense.

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