Schwebe

schwerelos
kleine Blätter treiben über den Himmel
flaschenunergründlich leichtet die Dämmerung daraus
rosa-orange wie nur sie es kann
still
nur Abendläuten vom anderen Ufer
der Tag löst sich in winzige Wellen auf
selbst das Hintergrundrauschen verstummt
zauberhaft
zarte silberne Fische huschen unter der Oberfläche dahin
meine Hände schweben im Dämmerlicht dazwischen
die Zeit steht still, dem wohnt ein Zauber inne
gedämpft
warme Luft perlt an mir ab und hüllt mich ein
steigt um mich herum vom Boden auf
und lässt den Traum nur langsam los
lebendig

swimming

 

Heute war ich relativ spontan im Fluss schwimmen, allein. Ich bin weiter als zuvor geschwommen mit dem Abendläuten wieder am Strand angekommen und habe ausgeharrt, bis die Glocken ausgeklungen waren, bevor ich nochmal ein Stück flussaufwärts geschwommen bin. Es war wunderschön! Danach war ich irgendwie in einer anderen Welt und wäre einmal fast in einen Laternenpfahl gefahren mit dem Fahrrad auf dem Rückweg.
Noch eine Anmerkung: Ein Teil des 12. Verses ist aus Hesses „Stufen“, auch wenn dessen Inhalt meinem fast entgegengesetzt ist.

Actually I had had other plans, but then I decided spontaneously to go swimming in the river and had a magical time. I felt like I was the only person, even though there were many others at the beach. I swam upstream as far as never before, then arrived back at the beach just in time for the evening bells. I stood still until they stopped ringing, then swam some more before biking home with my head in the clouds – another world entirely.

summer

.stumbling through shrinking shadows
…..sleeping like black cats
………in the midday heat
…..clinging to the walls
.reduced to dreaming of cool darkness
…..flowing past tired limbs
.stumbling unseeingly past brown straw blades
…..vibrant burning roses
………hazy blurred air above melting asphalt
.each step is an effort – eyes only
…..on the next bit of near non-existent relief

How to know it’s love

When leaving hurts
and I watch until the car is
a small spot on the horizon
watch until I see the last kiss
blown to me
before he turns the corner and
is gone

When I hear his voice
singing the lyrics to me
having heard him in my head
so many times, filling my senses
listening to our songs in the dark

When I see hearts everywhere
in apple peel, in cookie dough
classically in the clouds
in rocks and in currrents of water
and ice cream blobs on the sidewalk

When I feel a twitching
where my heart is
seeing people holding hands
in the halls
twinge of longing for his

When I can’t let him go
Once… I had to make a decision:
Let go, rip myself free
and drift off into the sky
or stay linked to the ground
He chose to let me fly
If you love something, let it go
If it comes back, it will stay forever
I traveled freely,
but my mind and heart have stayed since then

When he protects me from bad dreams
pure presence alone prevents
nightmares sneaking in
through the open door of the balcony

When I feel warmth rising
through me at the smallest cause
his name in print somewhere
seeing a picture, living a situation
which conjures him up in my mind

And – of course – when he’s there
and filling my senses with his love
smiling, and whispering, and dancing
his eyes hold mine captive
and his arms embrace me strongly,
I feel at home there.

That’s when I know it’s love!
What are your signs?

 

 

Can stand for itself I guess. I started it in the dark, when I was feeling elated after a nightly bikeride.

I denke, dieses Gedicht spricht für sich selbst. Angefangen habe ich es in Hochstimmung nach einer nächtlichen Fahrradfahrt.

Delight

Nightfall had come slowly
with orange and pink softness
The longest day was
Over.
We stood
Awed
in a dome of glowing lights
under the leafy dark canopy
mirrored
in yet another dome above
and as we ventured out
I understood
for the first time
the meaning of starlight
There was no moon
to guide our path
yet unerred footsteps
took us back
The rushing of ocean waves
filled our hearts
and was mirrored in the rushing of wings
as our souls took flight…

This is a poem about a beautiful moment in time in a beautiful place on earth – a warm summer night in a glow worm grotto in Hicks Bay, New Zealand. By the way, I am not really happy with the title, which seems too small for the feeling and the poem. If you can think of a better one, please comment!
//The original title was „starlight“, but I’ve changed it according to a suggestion I got in response to this post.

Dieses Gedicht ist ein Versuch einen wunderschönen Moment an einem wunderschönen Ort festzuhalten. Erlebt habe ich diesen Moment in einer warmen Sommernacht in einer glow worm grotto (glow worms sind eben keine Glühwürmchen, aber auch sie leuchten im Dunkeln) in Neuseeland.
Übrigens bin ich nicht so ganz zufrieden mit dem Titel, der mir einfach ungenügend für dieses Gefühl und das daraus resultierende Gedicht vorkommt. Wenn jemanden also etwas besseres einfällt: Ich freue mich über Vorschläge in den Kommentaren!
//Anmerkung: Der ursprüngliche Titel war Starlight, mittlerweile habe ich ihn nach einem Vorschlag angepasst.

Beobachtend

Die Musen sind in der Sonne eingeschlafen und all die dichterische Innovation treibt auf einem Floß den Regen hinunter. Ich treibe durch den Tag wie Pappelpollen auf dem Wind. Er duftet nach Erdbeere, so saftig, dass sie die Finger rot färben und verschafft wenigstens ein wenig Erleichterung. Die Glieder werden schwer, sodass Aufstehen zu einer Aufgabe wird und gleiten doch so leicht durch dunkle Wellen, in denen sich die Abendsonne spiegelt.

Unter den Sternen
duftet der Wind noch einmal
nach Erdbeeren

 

Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Vielleicht, dass es sich um einen Haibun handeln soll, siehe meinen Beitrag Farbenstrand von Ende März.

Today was a real summer day, and we floated through it, picking strawberries, having a barbecue, swimming. What could be better? Remembering the Haibun-Pre-Prompt before this year’s NaPoWriMo…

Sommertage

Zeit fließt flirrend über warme Straßen
schwingt sich um die Laternenpfähle empor
tanzt zwischen den Blättern der Bäume und Kräuter auf dem Balkon
gleitet über das Wasser der Donau, kräuselt die Oberfläche – ganz leicht –
es muss die Zeit sein, denn der Wind steht still
Und schon wieder ist einer dieser frühen Sommertage – vorbei
Nichts geschafft und doch alles
genossen, die Zeit winkt von hinter der nächsten Ecke
und wir
lassen uns treiben.

 

Eigentlich gibt es gerade Feiertage en masse, wir haben noch nicht wirklich viel zu Lernen oder tun, meine Referate liegen hinter mir, aber trotzdem scheinen die Tage sich die Klinke in die Hand zu geben. Noch dazu ist es Sommer geworden, die ersten Mutigen schwimmen schon im Fluss. Irgendwie sind die Verse dieses Gedichtes ein wenig so wie die Tage geworden, unerwartet, langsam, aber trotzdem irgendwie schnell vorbei.

One should think enough time is presently there, what with all the holidays we’re enjoying, but actually the days just seem to fly by at the moment. And summer is here, it’s so warm the first brave ones are already swimming in the river.

Frühlingsdüfte

Schließ die Augen, lass dich –
einmal – von der Nase leiten
Frühling lässt die Düfte flattern
in der leicht erwärmten Luft

Flieder, weiß und träge gleitend
süß und schwer legt er sich über
frisch geschnittenes Gras,
feucht und warm, es kitzelt
in der Nase wie die Grashalme

Eine ganze Blumenwiese,
durcheinander, gänzlich unzuordenbar,
klar begleitet durch den Grill
rauchig, deftig wecken Hunger
und der Appetit ist da

Warme Gleise riechen nach Ferne
und auch nach Erinnerung
Klebrig, süß und bitter, dampfig
trifft auf kalte Morgenfrische
kühl-neutral, sie riecht nach blau

Schließ die Augen, Sinne offen
für so manchen neuen Duft
Frühlingsfinger streicheln Nasen
und verwöhnen durch die Luft

 

Ich versuche zur Zeit meine anderen Sinne zu öffnen und gerade, wenn man aus einem stickigen, fensterlosen Hörsaal ins Freie tritt, fühlt sich alles viel intensiver an.

I try to enjoy spring with all my senses, even the ones I don’t usually use as frequently. Especially when you step out of a stuffy, windowless lecture hall, the smells (and sights and sounds) of a beginning summer feel so intense.