Schwebe

schwerelos
kleine Blätter treiben über den Himmel
flaschenunergründlich leichtet die Dämmerung daraus
rosa-orange wie nur sie es kann
still
nur Abendläuten vom anderen Ufer
der Tag löst sich in winzige Wellen auf
selbst das Hintergrundrauschen verstummt
zauberhaft
zarte silberne Fische huschen unter der Oberfläche dahin
meine Hände schweben im Dämmerlicht dazwischen
die Zeit steht still, dem wohnt ein Zauber inne
gedämpft
warme Luft perlt an mir ab und hüllt mich ein
steigt um mich herum vom Boden auf
und lässt den Traum nur langsam los
lebendig

swimming

 

Heute war ich relativ spontan im Fluss schwimmen, allein. Ich bin weiter als zuvor geschwommen mit dem Abendläuten wieder am Strand angekommen und habe ausgeharrt, bis die Glocken ausgeklungen waren, bevor ich nochmal ein Stück flussaufwärts geschwommen bin. Es war wunderschön! Danach war ich irgendwie in einer anderen Welt und wäre einmal fast in einen Laternenpfahl gefahren mit dem Fahrrad auf dem Rückweg.
Noch eine Anmerkung: Ein Teil des 12. Verses ist aus Hesses „Stufen“, auch wenn dessen Inhalt meinem fast entgegengesetzt ist.

Actually I had had other plans, but then I decided spontaneously to go swimming in the river and had a magical time. I felt like I was the only person, even though there were many others at the beach. I swam upstream as far as never before, then arrived back at the beach just in time for the evening bells. I stood still until they stopped ringing, then swam some more before biking home with my head in the clouds – another world entirely.

Delight

Nightfall had come slowly
with orange and pink softness
The longest day was
Over.
We stood
Awed
in a dome of glowing lights
under the leafy dark canopy
mirrored
in yet another dome above
and as we ventured out
I understood
for the first time
the meaning of starlight
There was no moon
to guide our path
yet unerred footsteps
took us back
The rushing of ocean waves
filled our hearts
and was mirrored in the rushing of wings
as our souls took flight…

This is a poem about a beautiful moment in time in a beautiful place on earth – a warm summer night in a glow worm grotto in Hicks Bay, New Zealand. By the way, I am not really happy with the title, which seems too small for the feeling and the poem. If you can think of a better one, please comment!
//The original title was „starlight“, but I’ve changed it according to a suggestion I got in response to this post.

Dieses Gedicht ist ein Versuch einen wunderschönen Moment an einem wunderschönen Ort festzuhalten. Erlebt habe ich diesen Moment in einer warmen Sommernacht in einer glow worm grotto (glow worms sind eben keine Glühwürmchen, aber auch sie leuchten im Dunkeln) in Neuseeland.
Übrigens bin ich nicht so ganz zufrieden mit dem Titel, der mir einfach ungenügend für dieses Gefühl und das daraus resultierende Gedicht vorkommt. Wenn jemanden also etwas besseres einfällt: Ich freue mich über Vorschläge in den Kommentaren!
//Anmerkung: Der ursprüngliche Titel war Starlight, mittlerweile habe ich ihn nach einem Vorschlag angepasst.

Beobachtend

Die Musen sind in der Sonne eingeschlafen und all die dichterische Innovation treibt auf einem Floß den Regen hinunter. Ich treibe durch den Tag wie Pappelpollen auf dem Wind. Er duftet nach Erdbeere, so saftig, dass sie die Finger rot färben und verschafft wenigstens ein wenig Erleichterung. Die Glieder werden schwer, sodass Aufstehen zu einer Aufgabe wird und gleiten doch so leicht durch dunkle Wellen, in denen sich die Abendsonne spiegelt.

Unter den Sternen
duftet der Wind noch einmal
nach Erdbeeren

 

Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Vielleicht, dass es sich um einen Haibun handeln soll, siehe meinen Beitrag Farbenstrand von Ende März.

Today was a real summer day, and we floated through it, picking strawberries, having a barbecue, swimming. What could be better? Remembering the Haibun-Pre-Prompt before this year’s NaPoWriMo…

NaPoWriMo 16: Farben des Lebens

Glück ist eine Farbe
.   die des ersten Grüns nach dem Winter
die deines Lächelns hinter den Rosen
.   die deiner Augen, wenn du lachst
die der Sonne auf der Haut am ersten freien Tag seit langem
.   die des Wassers an einem viel zu heißen Sommertag

Warten ist eine Farbe
die eines Blatt Papiers, von dem man den Hintergrund nicht mehr erkennt vor lauter Schrift
.   die einer Wand von der man jeden Zentimeter kennt
die einer Fensterscheibe, der Blick ändert sich im Lauf der Zeit, sie bleibt
.   die in der Dunkelheit wartet, wenn man die Augen kaum noch offen halten kann

Traurigkeit ist eine Farbe
.   eine von vergossenen Tränen
die von nassem Stoff
.   die von alten, ungelesenen Briefen
die von vertrockneten Blumen

Hoffnung ist eine Farbe
.   die eines einsamen Sonnenstrahls
die des ersten Schneeglöckchens, das sich durch die Eisdecke wagt
.   all die eines Regenbogens
die eines Waffenstillstands an Weihnachten
.   die eines Feuerwerks in der ersten Sekunde des neuen Jahrs

Liebe ist eine Farbe
.   die von Rosen
die von deinen Fingern, wenn du schreibst
.   die von deinen Lippen, wenn du mich küssen willst
die von Herzen, die sich in der Mitte treffen
.   die von Augen, die ineinander versinken

Das Leben ist ein Regenbogen voller Farben
mal es aus
lass dein Leben
bunt werden.

Heute wurde bei NaPoWriMo.net eine Dichterin vorgestellt, die Inspiration aus einem Briefwechsel zieht. Entsprechend ist unser Thema heute das Schreiben von Briefen. Letztendlich bekomme auch ich viel meiner Inspiration aus einem Austausch, allerdings meist von E-mails. Daraus sind schon viele Gedichte und Antwortgedichte entstanden. Das heutige Gedicht ist nochmal in einem kürzer-gefassten Medium entstanden, via der App Telegram. Die eingerückten Zeilen stammen von meinem Schreibpartner, die anderen von mir.

Today’s prompt challenged us to take inspiration from writing letters. This is actually something I do on a regular basis – many of my poems come into being in correspondence. Today’s is one I wrote together with my writing partner and more than pen pal!

NaPoWriMo 11: To kiss a muse

A muse’s life is one of hard
work and so little gain
She kisses poets all day long
and often it’s in vain
Seldom a verse of praise.
Seldom a quiet phase.

And who ever kissed a muse?

If everone expects it to,
kissing can be work
As for a muse, it’s all they do
and o, they do it well!
So often we’ve got writer’s block,
we poets know it all
when empty lines and pages mock
a muse’s kiss sets free!

But who ever kissed a muse?

I imagine muse’s nights
how tired they must be
alone under pale dimming bulbs
with no one there to see
or care. Who will be there?
to kiss her? Who’ll dare?

Who ever kissed a muse?

 

This poem has been waiting in my mind since Day 8 and the form prompt today helped it onto the paper and the screen. My muse has definitely kissed me, and I guess, she chose me to be her speaker. (I still feel as if there’s more to say on this topic ;) )Today’s prompt was to write a bop, which is a sort of sonnety kind of poem with 6 verses introducing a „problem“, 8 verses elaborating on it and then 6 verses again, which find a solution or else another ending. In between those and at the end, theres a refrain.

Heute gab es auf NaPoWriMo.net keine inhaltliche Anregung, sondern eine formale. Wir sollten ein Bop-Gedicht schreiben. Mehr über diese Form findet ihr in der englischen Version dieses Textes oder unter obigem Link. Das kam mir sehr entgegen, den seit dem 8.April habe ich das Gefühl, das meine Muse noch viel mehr zu sagen hat und einen Teil dessen habe ich jetzt hier nieder geschrieben.

NaPoWriMo 10: To you

I got to know you
inside out
Your heart-beat
was the first music I heard
Your laughter woke me up
from the ocean-rhythm of
your breathing
From the moment you looked at me
for the first time,
it was love
You watched me grow
tenderly and sometimes strict
but you did not only watch
You eased me up
always
you were and are
the nurturer
Quietly, modestly
you manage our lives
and in those rare moments of insight
when we – your fledglings –
begin to see
everything you do
you decline too much praise
and are unable
to believe
that you are
truly
the best
You serve
but not only us
You see
the needs and hopes of people
the way others see
flowers at the roadside
You pick them up
and nourish them
with your smiles
your friendliness
your open ears
until they bloom
Yet you still believe
you are small
and unimportant,
but you are
the world!

 

Today’s prompt at NaPoWriMo.net was to write a poem as portrait of a person that’s important to us. I chose the first person in my life: My mom!

Heute war die Anregung ein „Portrait-Gedicht“ zu schreiben, also ein Gedicht, das eine für uns wichtige Person beschreibt, wobei sich das Portrait eben ausdrücklich nicht um Äußerlichkeiten handeln muss/soll. Die Person, die als Erstes und am längsten ein unersetzlicher Teil meines Lebens war, ist meine Mama. Für Dich!

Confirmare II

Blessings
come freely
light as hands
on young people’s heads
words that confirm, that replenish
that call up days long past
or so it seems, while light illuminates
us, gives us rainbow halos, is the dove.
We sing in praise of today and its‘ blessings.

 

This poem is based on the NaPoWriMo.net-prompt for April 9th – aka today – and inspired by my cousins confirmation: See also Confirmare

Dieses Gedicht ist noch einmal eine andere/anderssprachliche Sicht auf die heutige Konfirmation, diesmal auf Englisch.