Lakes

filled with the sky
with mist-erious haze
reflecting the world
as through a veil
of soft flowing silk
filled with the dreams
of an empty page
projections of thoughts
and an occasional dark depth
in passing by
on the road

 

 

Snow has been on and off, falling and melting, but today it stayed for longer than a day for once. The glazed over lakes fascinated me during the drive through a wintery landscape.

In letzter Zeit blieb der häufig fallende Schnee meist nur kurze Zeit liegen, bevor er wieder schmolz und dann neue Flocken bald darauf nachkamen. Heute war allerdings den ganzen Tag über alles weiß und während einer Autofahrt durch die verschneite Landschaft faszinierten mich die überfrorenen Seen.

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Der Lauf der Zeit

Schließ die Augen und höre
die Zeit
sie vergeht mit dem Sekundenzeiger
klackende Schritte im Kreis
Schließ die Augen und schmecke
die Zeit
sie vergeht mit deinem Atem
du lässt sie frei in die Luft hinaus
Schließ die Augen und spüre
die Zeit
sie vergeht mit jedem Herzschlag
pulsiert aus dem Inneren bis in die Fingerspitzen
Du kannst sie nicht zurückholen, nicht festhalten,
nicht stoppen und nicht verlangsamen
doch du kannst sie genießen!

 

An einem gemütlichen Abend habe ich ein Buch über Rauhnächte gelesen, über das Besinnliche, das Abschiednehmen vom alten Jahr und begrüßen des Neuen.

On a comfortable evening on the couch, I read a book about the Twelve Nights between Christmas and Epiphany, about reflection, bidding the old year farewell and welcoming the new one.

Sternenregen

Es regnet Sterne
kalte kleine Universen
unsichtbar in der Dunkelheit
spüre ich sie trotzdem auf der Stirn
Im Scheinwerferlicht leuchten sie
ein letztes Mal auf
um dann mit der Nacht zu schmelzen.

 

Heute hat es zum ersten Mal in dieser Saison mehr als nur geschnieselt und ich bin durch den leichten Schneefall nach Hause geradelt.

First snow – always a beautiful moment. I biked home through it tonight.

Golden Autumn Days

On a day like this
the sun truly smiles at me
winks and watches me dance
with the golden leaves on the sidewalks
Her companion has dressed in his periwinkle best
to honor my happiness,
Their children are playing a game
of hide and seek
where I won’t be the one to find them,
and the earth seems to remember the summer
one more time

 

This was written about a month ago, when summer had its last great upheaving.

Dieses Gedicht ist vor etwa einem Monat entstanden, als der Sommer noch ein letztes Mal gegen den Herbst und Winter aufbegehrt hat.

Schwebe

schwerelos
kleine Blätter treiben über den Himmel
flaschenunergründlich leichtet die Dämmerung daraus
rosa-orange wie nur sie es kann
still
nur Abendläuten vom anderen Ufer
der Tag löst sich in winzige Wellen auf
selbst das Hintergrundrauschen verstummt
zauberhaft
zarte silberne Fische huschen unter der Oberfläche dahin
meine Hände schweben im Dämmerlicht dazwischen
die Zeit steht still, dem wohnt ein Zauber inne
gedämpft
warme Luft perlt an mir ab und hüllt mich ein
steigt um mich herum vom Boden auf
und lässt den Traum nur langsam los
lebendig

swimming

 

Heute war ich relativ spontan im Fluss schwimmen, allein. Ich bin weiter als zuvor geschwommen mit dem Abendläuten wieder am Strand angekommen und habe ausgeharrt, bis die Glocken ausgeklungen waren, bevor ich nochmal ein Stück flussaufwärts geschwommen bin. Es war wunderschön! Danach war ich irgendwie in einer anderen Welt und wäre einmal fast in einen Laternenpfahl gefahren mit dem Fahrrad auf dem Rückweg.
Noch eine Anmerkung: Ein Teil des 12. Verses ist aus Hesses „Stufen“, auch wenn dessen Inhalt meinem fast entgegengesetzt ist.

Actually I had had other plans, but then I decided spontaneously to go swimming in the river and had a magical time. I felt like I was the only person, even though there were many others at the beach. I swam upstream as far as never before, then arrived back at the beach just in time for the evening bells. I stood still until they stopped ringing, then swam some more before biking home with my head in the clouds – another world entirely.

summer

.stumbling through shrinking shadows
…..sleeping like black cats
………in the midday heat
…..clinging to the walls
.reduced to dreaming of cool darkness
…..flowing past tired limbs
.stumbling unseeingly past brown straw blades
…..vibrant burning roses
………hazy blurred air above melting asphalt
.each step is an effort – eyes only
…..on the next bit of near non-existent relief

Schneeschwebe

Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde
Nachtgedanken gingen durch die Welt
Grad ist es Tag, es summt das Lied der Jahre
und still zu wissen scheint der Schnee
in unermeßlich tiefen Stunden
dass Glück ihm günstig sei
in dieser Winterfrühe
Inneres und Äußeres, ins Urlicht gestürzt
ist auch das Dasein
Jahresringe wachsen in solchen morgendlichen Stillen

 

Das Schneetreiben vor meinem Fenster ist ein wildes Gewirr, und so besteht auch dieses Gedicht aus Teilen anderer Gedicht, wild durcheinander gewirbelt, wieder einmal aus dem „ewigen Brunnen“.

The snow falling outside my window is on a wild romp through the air, and this poem is likewise playing with other poetry, which I found in my collection „Der ewige Brunnen“ (=the eternal fountain)

Erste Verse/Überschriften u.a. von / Parts of the poem are first verses/titles of poems by M.-L. Kaschnitz, C. Meckel, H. Heine, G. Keller, J. W. Goethe, E. Mörike, F. Hebbel, F. Schiller, L. Steinherr, D. v. Liliencron