(25) Unter den Sternen

Langsamkeit, die Leichtigkeit von
langen Tagen, die mit ihren Nächten verschmelzen:
Augustabende – gerade noch Sommer
Wir liegen auf dem Asphalt,
noch warm vom Sommer,
und so weich wie es nur eine
einsame Straße sein kann, wenn
man unbekümmert ist.
Die Sonne hat sich darin
eingegraben und es riecht
für mich für immer nach Amerika
und nach den goldenen Feldern
um uns herum. Einen Arm ausgestreckt
und man kann über die Trockenheit streichen.
Sie kratzt an der Handfläche.
Wie lange liegen wir schon hier?
Nie war der Himmel so weit und hell
endlos in diesen Sternschnuppennächten
während deren der Wind die Gespräche
der Nacht mit ihren Kindern an unsere Ohren trägt.
Er bringt den Duft von warmer Erde, die weiß
das schon bald wieder Wasser kommen wird.
Langsamkeit, warme Schwere eines
nahenden Endes, das man noch nicht sehen will:
Augustabende – fast schon Herbst.

 

Heute war die Idee ein Gedicht zu schreiben, dass sich einer bestimmten Jahreszeit widmet und dabei alle Sinne anspricht. Ich habe „Fields of gold“ in der Version von Eva Cassidy gehört und musste dann an einen Moment aus einem Südtirol-Urlaub vor einigen Jahren denken, den ich hier aufgreife.

Today we were prompted to write a poem focused on specific seasion, using a rhethoric question and relating to all our senses. Prior to writing, I listened to „Fields of Gold“ (in the Eva Cassidy version) and had to think of a moment of a vacation to South Tyrol a few years ago.

Werbeanzeigen

(16) In der Luft

Etwas liegt in der Luft.
Es ist Knistern und Knirschen von Kies
unter Fahrradreifen
Es sind Autos
und wie überblasene Querflötentöne
heult es durch den Tunnel
Es ist ein sonores Knattern, ein Schlachtschiff-Motorrad
brummt durch die Luft
Es sind aufschlagende Füße, in den Kies
im Rythmus in der Luft
Es sind Tschilpen und Zwitschern und
Pfeifen und eine Glocke – nur ein Schlag
durch die laute Stille in der Luft
Es ist der Duft von Neuanfang
von hellem Grün in der Luft
und noch ganz weichen Blättern
Es ist etwas meer-salziges in der Luft
wie ein Blatt, das den Winter im Wasser verbrachte,
es hängt in der Luft, ein Hauch von Flieder,
trägt der Wind durch die Luft
Es sind Düfte von mir unbekannten
Blütenpflanzen.
Es ist zu kalt – noch – um schon
Sommer sein zu dürfen und doch
es liegt ja in der Luft
mit dem Gesicht zur Sonne hin,
könnt man den Winter schon vergessen
Es ist der Wind, trägt
eine leichte Kälte durch die Luft
und meine Haare sanft zerzaust.
Es sind die Bienen, wärmetrunken taumelnd
fast gegen Fenster und ins hellste Blau der Luft hinauf
Es sind Vögel, vertrauensvoll fallend
und getragen durch den Wind
Es ist Frühling in der Luft.

 

Meine persönliche Inspiration kam heute von einem Platz an der Donau, den ich mir gegönnt habe nach einem gescheiten Frühjahrsputz. Inspiriert war mein Schreiben aber natürlich auch wieder vom heutigen Schreibanreiz, wo es darum ging, in Form einer Art Liste Gewöhnliches Besonders zu machen.

Today Maureen prompted us to „defamiliarize the mundane“, to focus on the extraordinariness of everyday things and to utilize a list poem to that end. My personal inspiration came from a refreshing spring clean and a place by the Danube.

NaPoWriMo 26: Pollen drift

The streets are splattered in yellow,
like paint – only just dried in the gutters –
and even though the air is still cool
and fresh
and moist from yesterday`s rainfall,
I can feel it like sand
beneath my eyelids, clogging up my nostrils.
Only the toughest of lilac,
heavy and damp – like the sky
hanging over me today – can reach through it
The wind carries it farther than expected,
and accompanies me with rustling leaves,
carrying a few magpies, (Their screeches
are shrill, but their tail feathers shimmer in iridescent blue),
raining pink petals on me and the road.
It now looks like a child painted it
with chalk, flaking off in places, and I arrive
finally, dusted in the colors of spring.

 

Today’s prompt was to speak to all the five senses when writing, which is what I tried to do in describing my bike ride today. Here, winter seems to have exploded into an almost summery spring, and today was the first day to be a bit cooler.

Heute sollten wir alle fünf Sinne in unserem Gedicht ansprechen und ich habe es versucht indem ich die derzeitige Frühlingsexplosion, die dazu führt, dass wir mit gelben Staub (und Blütenblättern und anderen Blättern) überschwemmt werden, beschreibe.

NaPoWriMo 19: Between sun and shade

Time of moving
the sun,
the shade
Basking felines squinting
to read this almost forgotten brightness
As warmth increases
starts to move
the shade
darker water ripples
a thousand possibilities
reflected under the shadow
Smell the Earth
Flying like a dance
all around
Enjoy watching, passing by,
soak in the moment

Erasure Poem with Cross-Outs


Today’s optional prompt at NaPoWriMo.net
was to first write a paragraph, for example about a scene outside our window, and then to go through that paragraph, erasing words to make a poem. I wrote about an hour I spent at the small lake at university in between classes.

Als Arbeitsansatz haben wir heute den Vorschlag bekommen, zunächst einen Absatz über ein beliebiges Thema zu schreiben, und dann Wörter aus diesem Absatz zu entfernen um ein Gedicht zu basteln. Ich hab zuerst über eine Zwischenstunde am Unisee geschrieben und dann ist irgendetwas halb Magisches draus geworden, das zwischen Sonne und Schatten verschwimmt.

NaPoWriMo 1: Vom Dunkel zum Licht

Vom Dunkel zum Licht:
ein Kreislauf,
der wieder und wieder verspricht
das Neue zu wagen,
den Anfang
und nicht zu verzagen,
wenn Dunkel anbricht.
Die Hoffnung
bleibt: Vom Dunkel zum Licht!

 

Erster April, Ostersonntag und Beginn einer jährlichen Gedichtkonzentration namens NaPoWriMo. Der Titel und erste Vers stammt aus dem Liedblatt zur Osternacht, es ist die erste Überschrift. Die Überschrift des Teils des Gottesdienstes, der im Dunkeln beginnt und in dem dann, gemeinsam mit der Morgendämmerung auch die neu entzündete Osterkerze das Kirchenschiff erhellt.

First of April, Easter and the beginning of another round of poetry: NaPoWriMo. The title and first verse were taken out of the song sheet of an early morning easter service. It’s the „title“ for the part of the service that starts in the dark and in which the dawn and the newly lighted eastercandle bring the light back into the church.

Lakes

filled with the sky
with mist-erious haze
reflecting the world
as through a veil
of soft flowing silk
filled with the dreams
of an empty page
projections of thoughts
and an occasional dark depth
in passing by
on the road

 

 

Snow has been on and off, falling and melting, but today it stayed for longer than a day for once. The glazed over lakes fascinated me during the drive through a wintery landscape.

In letzter Zeit blieb der häufig fallende Schnee meist nur kurze Zeit liegen, bevor er wieder schmolz und dann neue Flocken bald darauf nachkamen. Heute war allerdings den ganzen Tag über alles weiß und während einer Autofahrt durch die verschneite Landschaft faszinierten mich die überfrorenen Seen.

Der Lauf der Zeit

Schließ die Augen und höre
die Zeit
sie vergeht mit dem Sekundenzeiger
klackende Schritte im Kreis
Schließ die Augen und schmecke
die Zeit
sie vergeht mit deinem Atem
du lässt sie frei in die Luft hinaus
Schließ die Augen und spüre
die Zeit
sie vergeht mit jedem Herzschlag
pulsiert aus dem Inneren bis in die Fingerspitzen
Du kannst sie nicht zurückholen, nicht festhalten,
nicht stoppen und nicht verlangsamen
doch du kannst sie genießen!

 

An einem gemütlichen Abend habe ich ein Buch über Rauhnächte gelesen, über das Besinnliche, das Abschiednehmen vom alten Jahr und begrüßen des Neuen.

On a comfortable evening on the couch, I read a book about the Twelve Nights between Christmas and Epiphany, about reflection, bidding the old year farewell and welcoming the new one.