NaPoWriMo: Musings concerning a long lost Mathsteacher (Enigma)

„Zufälle gibt es
nicht!“, sprach einst mein Mathematiklehrer,
„Wahrscheinlichkeiten jedoch
sind abundant – wahrhaftig
erhaben über alle Zweifel,
sicher wie
die Schulzeitdauer für Schüler an öffentlichen Gymnasien in Bayern.“

Damals war Ironie für mich so merkwürdig
wie lautes Singen –
in allen Tonarten gleichzeitig.
Ich war naiv, glaubte den Lehrern
fern lag mir die Skepsis.

Eigentlich tut sie es immer noch ziemlich.
Zweifel an diesem Bund
goldener Sterne auf blauem Grund – nicht so ich!
wie all die selbsternannten Euroskeptiker,
nein – ich glaube – auch
an Gott, an österliche Begegnungen seinerseits
oder ihrerseits?
mit der Welt und verschiedenen Aposteln.
an Liebe und dass sie die Welt retten wird
– auch mit dreidimensionalen Kusszahlen
falls nötig -, an Hoffnung…

Tja.
Das alles nur
wegen eines ironischen Mathematiklehrers.

Heute haben wir uns von Edward Elgar, einem britschen Komponisten, inspirieren lassen, genauer gesagt von dessen Enigma Variations. Ähnlich wie bei diesen Variationen ist auch im obigen Gedicht etwas versteckt. Wer lüftet das Geheimnis? Meldungen in den Kommentaren erwünscht!

Today’s optional prompt from NaPoWriMo.net was to let ourselves be inspired by Edward Elgar’s Enigma Variations, to write a poem with a little extra mystery added in. I’d intended to write something about music, staying with the theme of Elgar’s Variation, but then something entirely different happend and the result may be viewed above. PS: Even non German speakers may solve the „riddle“… and maybe Google Tranlate can be of some help, too! Let me know your ideas for a solution in the comments… And I’d also find it interesting how you came up with them.

PPS: Für diejenigen von Euch Lesern, die versiert in HTML sind: Ihr findet die Lösung auch im Quelltext dieser Seite, unter diesem Span verborgen. /
PPS: For those of you who know some html – you can find the solution by looking at what’s hidden by the span-Tag below.
Zwölf / Twelve

How to code (NaPoWriMO 19)

To write a piece of code that’s good
and does just what you want,
you need a sweat-shirt with a hood
so obscured eyes can taunt.
You always set the screen to black
the words appear in white.
This hides all skill that you should lack
and makes it always right.
You then scroll up and down real quick,
it makes you look impressive,
you type in nils and ones and click
a lot in fast successive.

And if that works, you’re in a dream
or a magician’s on your team!

 

NaPoWriMo.net’s prompt was to write a didactic poem. I wrote this somewhat sarcastic one at uni today. Obviously it was inspired by the people around me: I study Information Science and Media Informatics (and Spanisch, for good measure), and while my fellow students are definitely not all stereotypes, there is the occasional young hoodie-wearer, who seems to want to bring it back to life and sits in front of their laptop doing things that look like coding from afar, even in non-thematical lectures. Now they show up in my poem. ;) Unfortunately, coding is not like that, although it can be a lot of fun – especially if it works out the way you wanted it to.

Dieses etwas sarkastische didaktische Gedicht habe ich heute in der Uni geschrieben, was man wohl auch merkt. Ich studiere Informationswissenschaft, Medieninformatik und Spanisch (auch wenn letzteres mit dem Gedicht wenig zu tun hat) und während die meisten meiner Kommilitonen nicht unbedingt die gängigen „Informatik-Nerd“-Klischees erfüllen, gibt es doch ein paar, die das wiederbeleben zu wollen scheinen. Sie sitzen dann mit dem Laptop sogar in nicht-themenspezifischen Vorlesungen und sehen von weitem so aus, als ob sie programmieren würden. Jetzt tauchen sie also hier in meinem Gedicht auf. Leider ist Programmieren nicht so (einfach), aber es kann echt Spaß machen – zumindest, wenn es endlich so funktioniert, wie man es sich vorgestellt hat.

Aubergine beauty (NaPoWriMo 5)

Spring is really here
when I bury my fingers in Earth
and today is that day
we will yank out the weed pioneers
which tried to make themselves at home
in our vegetable plot
and took over in the front yard
And then I will plant my babies
the eggplants
or aubergines as I prefer to call them
by their beautiful french name
They have been my favorite vegetable
ever since I went to the supermarket
with mom and took one in my arms
Stroking its smooth silkiness
and cradling it like a baby
cooing over its sleek deep purple skin

What girl can resist falling in love
with Black Beauty
exotic Ping Tung Long or
Listada de Gandia, bringing childhood-holidays back?
They make me think of summer travels
leisurely hours under the sun
vivid Rosita takes me dancing and
her quieter sister Rosa Bianca calls me back
inside for a sip of iced lemonade
I Blush as she does over her compliments
touches of pink on snow white skin

I balk at cutting their perfect skin,
but to reveil the taste I must
and on my palate they finally reach
their maximum.

 

Our prompt at NaPoWriMo.net today was to take the names of heirloom plants as inspiration to write a poem. Naturally, since eggplants are my favorite veggie, I chose some of their names to use in my poem. (As found here)

Heute sollten wir die Namen von alten Gemüsesorten als Inspiration für ein Gedicht nehmen. Und was sollte ich da anderes nehmen als Auberginen, mein Lieblingsgemüse…

Wir halten die Zukunft in unserer Hand

Am Wochenende gehe ich gern im Wald spazieren, ich mag das: Blattknistern, Windwispern und vielleicht ein paar Vögel – oder Hunde mit ihren Besitzern… Ich schaue mich um und denke: schön!
Dann gehe ich nach Hause, lese Zeitung – und mir zeigt sich so ziemlich das Gegenteil. Das Leid hat die erste Seite gepachtet: Krisen über Krisen, Zerstörung, Krieg, Terror, Naturkatastrophen… Und wenn nicht das, dann Fußball oder irgendwelche Promi-Belanglosigkeiten. Na toll. Ich schaue mich um und denke: betrifft mich das?
Ja, leider trifft mich das – früher oder später. Denn in unserer globalisierten globalen Welt sind auch die Probleme größenwahnsinnig geworden und wollen die ganze Welt beherrschen.
In den weltumspannenden Ozeanen unserer Erde schwimmen immer weniger Fische, dafür kann man wunderbar bunte Plastikstrudel in ihrem neuen Lebensraum, dem Pazifik, beobachten. Die Flüsse haben wir an die Leine gelegt. Frei durch die Gegend mäandrieren können sie nur noch selten, stattdessen quetschen sie sich müde zwischen Mauern durch die Städte. Wir füttern sie mit aus den Feldern gewaschenem Düngerwasser und Medikamentenrückständen, die unsere Klärwerke nicht aus dem Wasser filtern können. Und dann wundern wir uns, dass das, was übrig bleibt, nicht viel mit dem klaren lebendigen Gewässer aus den Kinderbüchern gemein hat.
Auch den Boden, auf dem wir gehen, fesseln wir und begraben ihn unter Beton, das lässt sich leichter sauber halten und ist einfach viel ordentlicher und praktischer. Wir durchlöchern ihn, sprengen sein Innerstes nach Außen, um ihm seine Schätze zu rauben. Wir impfen ihn mit unserem Atommüll. Aber ob ihn das wirklich gegen uns Menschen immunisiert? Fraglich…
Und was ist mit den Pflanzen, für die er Lebensgrundlage ist? Der Wald durch den ich gehe ist voll mit ihnen – frisches Grün mit ein paar bunten Tupfern. Doch der Schein trügt: Einige Arten sind auf Transportern und Frachtschiffen als blinder Passagier mitgereist und haben in der Zwischenzeit viele neue Zuhause gefunden. Dort drängen sie die Vormieter ins Hinterzimmer, wo diese nun nur noch vor sich hin vegetieren. Da scheint die Welt einmal noch in Ordnung zu sein und dann bleibt die Freude über die blühende Pracht wieder nicht ungetrübt, denn die gehört hier gar nicht hin. Dabei sollte man eigentlich für jedes Stück Vegetation in freier Wildbahn dankbar sein. Denn wahre Wildnis wird immer seltener, lange versuchen wir sie schließlich schon zu zähmen. Wo sie sich hartnäckig widersetzt, wie im undurchdringlichen Regenwald, da müssen wir eben zu härteren Methoden greifen, um uns durchzusetzen. Notfalls haben wir ja noch ein paar botanische Gärten, um uns nachher das anzusehen, was wir zerstört haben. Die Zoos der Pflanzenwelt… und die überlebenden, in den zerstörten Lebensräumen ehemals heimischen Tierarten können gleich in den „normalen“ Zoo nebenan übergesiedelt werden.
Zumindest unserer Spezies Homo Sapiens könnte all das ja egal sein, Luft und Liebe reichen ja zum Leben. Doch selbst das wird knapp, zumindest in einer lebenserhaltenden Qualität. Denn die Schornsteine und Auspuffrohre unserer Zivilisation haben noch lange nicht alle einen Filter der funktioniert. Kein Wunder, dass zwei Kanadier auf die Idee kamen frische Luft in Flaschen abzufüllen und zu verkaufen. Das Geschäftsmodell der Zukunft? Die meisten Kunden des Unternehmens VitalityAir leben verständlicherweise in China. Wenn mein Vater von Geschäftsreisen von dort zurückkommt, hat er oft Halsschmerzen und Lungenprobleme und das nach nur zwei Wochen. Doch was ist mit den Menschen, die dauerhaft dort leben? – unter dem von Smogglocken gedeckelten Himmel, wo der freie Blick auf die Sonne nur noch eine Erinnerung ist. Kann man auch nur von Liebe leben, wenn die Luft fehlt?
Das mit der Liebe ist allerdings auch so eine Sache. Wo man sich auch umschaut, Liebe ist nicht das Motiv des Bildes, das man vor sich sieht. Ob eindeutig bei den viel zu häufigen Demos mit Hassparolen gegen Flüchtlinge und in den Bildern aus den Kriegsschauplätzen, die leider zu jeder Jahreszeit in den Nachrichten Saison haben. Oder subtil versteckt hinter einem „made in Bangladesh“ auf einem Kleidungsetikett, hinter dem sich oft genug der lange Arbeitstag eines Kindes oder eines jungen Menschen wie uns verbirgt. Das Gegenteil von Liebe, verborgen auf dem Preisschild mit dem sagenhaft niedrigen Betrag, das an unserer Banane hängt. Ein Preis, der nur durch Ausbeutung von Land und Menschen möglich ist. Den vollen Preis zahlen wir alle auf Umwegen.
Eigentlich will ich gar nicht über all das nachdenken. Warum passiert das alles? Gedankenlosigkeit? Egal-Mentalität? Aufschieben, denn bis das alles uns wirklich erreicht, leben wir eh nicht mehr? Warum? Und – wie können wir es nur aufhalten? Ich kann gar nicht darüber nachdenken, ohne zu verzweifeln. Hilfe! Tut doch was! Irgendjemand! Ihr Reichen, Mächtigen, tut was! Der Politiker, die Ministerin, die ich gewählt habe, die sollen was ändern! Die da oben müssen doch was tun! Denn das alles ist viel zu groß für das gemeine Volk.
Tja. Und genau da liegt der Fehler. Die da oben, die Reichen, die Mächtigen, die Politiker… das sind auch nur Menschen. Vielleicht verzweifeln sie genau wie ich vor diesem Berg an Problemen. Vielleicht haben sie aber auch andere Pläne. Vielleicht sind Macht und Geld manchmal scheinbar wichtiger als die Zukunft. Deswegen müssen zuallererst das „du“, das „ihr“ und das „sie“ weg. Ich muss anfangen. Keine Einmalplastiktüten verwenden, sondern wiederverwendbare Behälter, biologisch abbaubares Shampoo benutzen, Unordnung im eigenen Garten tolerieren, der Natur zumindest eine Ecke überlassen, das Fahrrad oder den Bus nehmen und das Auto stehen lassen, Gemüse selbst anbauen oder welches aus der Gegend kaufen, statt es vom anderen Ende der Welt einfliegen zu lassen, sich für eine teurere, aber dafür faire Hose entscheiden, statt für 10 billige, Hände reichen und Menschen umarmen. Ich kann etwas tun. Ich.
Doch 1 Jahr später offenbart der Blick auf die erste Zeitungsseite immer noch das gleiche Bild. Es hat sich nichts geändert. Meine Bemühungen bewirken in etwa so viel, wie wenn man versucht mit einem Zahnstocher den Garten umzugraben. Nichts. Sie sind nur ein Tropfen auf dem viel zu heißen Stein. Ein Tropfen, der sogleich verdampft und in der versmogten Luft verschwindet. Und ich könnte schon wieder verzweifeln, aufgeben. Da ist doch eh nichts zu retten.
Bis ich aufsehe und mich umschaue. Ich sehe Menschen. Menschen, die sich bemühen, die nachdenken und handeln. Ich bin nicht allein. Ich bin ein Teil der Weltgemeinschaft. Ich kann die Probleme nicht lösen. Aber wir können es. Ich bin vielleicht ein Tropfen. Aber gemeinsam mit Ihnen in diesem Raum (auf dieser Veranstaltung), sind wir schon ein Rinnsal. Wenn wir diese ganze Stadt dazu nehmen, sind wir ein Fluss. Wir alle, die Menschheit, wir sind ein Meer, das den heißen Stein abkühlen lässt und ihn rund schleift. Wir können etwas tun. Wir.
Damit auch meine Enkel und die Enkel derer, die in den verschiedenen Ecken der Erde leben, noch durch einen Wald spazieren können. Blattknistern, Windwispern hören können, und vielleicht die Vögel. Damit sie sich danach umschauen können und sich denken können: Wunderschön!
Wenn wir zusammenarbeiten ist das möglich – wenn. All diese Probleme sind immer noch wie ein hoher Berg mit steilen Schluchten und gefährlichen Graten. Doch es ist möglich auf diesen Berg zu steigen, wenn wir uns gegenseitig helfen. Die Aussicht dort oben wunderbar. Also reichen wir uns die Hände und machen uns auf den Weg! Wir fangen an, nicht nächstes Jahr, nicht später, nicht morgen, sondern sofort.
Wir packen es an, mit Herz und Verstand. Wir haben die Zukunft in unserer Hand!

Diesen Text werde ich heute Abend auf der Luther Dekade in Nürnberg vortragen, er ist das Ergebnis eines Poetry Slam Workshops, den ich im November besucht habe. Ich bin eigentlich ein sehr positiv eingestellter Mensch, aber manchmal ist es sehr schwer, positiv zu bleiben. Geht es euch auch so? Im Text habe ich es dann zumindest geschafft hoffnungsvoll auszuklingen – denn Trübsal blasen hilft auch nicht weiter.

Tonight I will perform this text at an event of the Luther Decade in Nuremberg. It is the result of a poetry slam workshop I participated in in November (that explains the length ;) ). Actually, I am a very positive person, but sometimes, when you look at the world, it is really hard to stay like that. Do you feel the same? In my text, I at least managed to end on a hopeful note – moping doesn’t help anyone after all.