Beobachtend

Die Musen sind in der Sonne eingeschlafen und all die dichterische Innovation treibt auf einem Floß den Regen hinunter. Ich treibe durch den Tag wie Pappelpollen auf dem Wind. Er duftet nach Erdbeere, so saftig, dass sie die Finger rot färben und verschafft wenigstens ein wenig Erleichterung. Die Glieder werden schwer, sodass Aufstehen zu einer Aufgabe wird und gleiten doch so leicht durch dunkle Wellen, in denen sich die Abendsonne spiegelt.

Unter den Sternen
duftet der Wind noch einmal
nach Erdbeeren

 

Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Vielleicht, dass es sich um einen Haibun handeln soll, siehe meinen Beitrag Farbenstrand von Ende März.

Today was a real summer day, and we floated through it, picking strawberries, having a barbecue, swimming. What could be better? Remembering the Haibun-Pre-Prompt before this year’s NaPoWriMo…

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Sommertage

Zeit fließt flirrend über warme Straßen
schwingt sich um die Laternenpfähle empor
tanzt zwischen den Blättern der Bäume und Kräuter auf dem Balkon
gleitet über das Wasser der Donau, kräuselt die Oberfläche – ganz leicht –
es muss die Zeit sein, denn der Wind steht still
Und schon wieder ist einer dieser frühen Sommertage – vorbei
Nichts geschafft und doch alles
genossen, die Zeit winkt von hinter der nächsten Ecke
und wir
lassen uns treiben.

 

Eigentlich gibt es gerade Feiertage en masse, wir haben noch nicht wirklich viel zu Lernen oder tun, meine Referate liegen hinter mir, aber trotzdem scheinen die Tage sich die Klinke in die Hand zu geben. Noch dazu ist es Sommer geworden, die ersten Mutigen schwimmen schon im Fluss. Irgendwie sind die Verse dieses Gedichtes ein wenig so wie die Tage geworden, unerwartet, langsam, aber trotzdem irgendwie schnell vorbei.

One should think enough time is presently there, what with all the holidays we’re enjoying, but actually the days just seem to fly by at the moment. And summer is here, it’s so warm the first brave ones are already swimming in the river.

Frühlingsdüfte

Schließ die Augen, lass dich –
einmal – von der Nase leiten
Frühling lässt die Düfte flattern
in der leicht erwärmten Luft

Flieder, weiß und träge gleitend
süß und schwer legt er sich über
frisch geschnittenes Gras,
feucht und warm, es kitzelt
in der Nase wie die Grashalme

Eine ganze Blumenwiese,
durcheinander, gänzlich unzuordenbar,
klar begleitet durch den Grill
rauchig, deftig wecken Hunger
und der Appetit ist da

Warme Gleise riechen nach Ferne
und auch nach Erinnerung
Klebrig, süß und bitter, dampfig
trifft auf kalte Morgenfrische
kühl-neutral, sie riecht nach blau

Schließ die Augen, Sinne offen
für so manchen neuen Duft
Frühlingsfinger streicheln Nasen
und verwöhnen durch die Luft

 

Ich versuche zur Zeit meine anderen Sinne zu öffnen und gerade, wenn man aus einem stickigen, fensterlosen Hörsaal ins Freie tritt, fühlt sich alles viel intensiver an.

I try to enjoy spring with all my senses, even the ones I don’t usually use as frequently. Especially when you step out of a stuffy, windowless lecture hall, the smells (and sights and sounds) of a beginning summer feel so intense.

NaPoWriMo 23: In the sky

Clouds
wandering wistfully
across the sky
no home, no destination
endlessly

Sun
waiting behind
high above Earth
ever watchful, she shines
endlessly

Today’s prompt from NaPoWriMo.net was to write a double elevenie. I actually met this kind of poem (eleven words in different lines) in elementary school, so one could say it was a reunion.

Heute sollten wir „elevenies“ schreiben… Bei näherem Betrachten entpuppten sich diese dann als altbekannte Elfchen. Oftmals sind diese der erste Kontakt mit Gedichten und der Tatsache, dass man sie selbst schreiben kann, so auch bei mir.

NaPoWriMo 22: Secret Life of Bees

<Our life depends
on the Secret Life of Bees
humming and buzzing – they are
the unpaid workers
whose shoulders carry out
the blossoming and the fruiting
yet they hunger
We deprive them
of nectar and ambrosia
Our fields are gray
in their eyes
Our roadsides are gray
in their eyes
and all too often
our backyards are gray
in their eyes
searching for the spot of color
that is life
wild flower meadows
blooming woods
natural state nature
left to flower
in the middle of civilised earth
a dream-land for bees
We need to get the color back,
the diversity, the flowers,
a patch-work blanket of differences,
a dream-land for bees –
survival for all of us.

 

Today’s prompt for NaPoWriMo is to write a georgic, which is an agricultural poem and also includes some kind of larger meaning. Just today, I read a newspaper article about bees and the problems for them (varroa mite, monocultures…)

Heute ist Earth Day, und als Anregung gab es die Georgica, ein landwirtschaftliches Lehrgedicht von Vergil. Erst heute morgen stand ein Artikel über Bienen in der Zeitung… daher mein Thema.

NaPoWriMo 12: Auf der Maschine

Gas geben heißt Gegenwind
Fliegen. Rasend rauscht die Landschaft
vorbei. Vorbei an
dieser scheinbar stillstehenden Straße.
Sehen? Verschwommene Farben
klar auf der Straße.
Hören? Die Reifen, das Rauschen
den Motor röhren.
Fühlen? Die Kraft unter mir – und
die Kraft in mir, die ich brauche
um sie zu zähmen.
Die anderen Sinne stumm –
stehen still
damit ich mich konzentrieren kann.

Ich mache gerade den Motorradführerschein – man glaubt gar nicht, wie anstrengend das ist. Die heutige Idee zum Schreiben stammt also von daher, zusammen mit der Anregung von NaPoWriMo.net: Wir sollten Alliteration und ähnliche Vokallaute in unser Gedicht einbauen.

I’m actually really tired right now – just having come back from a night-lesson for my motorcycle driver’s lesson. That’s also were the inspiration for this poem comes from, together with Maureen’s prompt for today: incorporating alliteration and similar vowel sounds into our poems…

NaPoWriMo 6: Depending on time and situation

On cool mornings in spring
– a mirror reflecting
the sky – a serene sort of beauty
all is as it should be

During long windless weeks
– a mirror so calm it reeks
of death – caked with salt
waiting for movement, stuck to a halt

For voyagers – a path to forgotten lands
they place their vessels into watery hands
Once – believed to finally be hurled
– falling into the void at the end of the world

During dull days and grim nights
– a monster feasting on lights
rearing up, then thrashing down
swallowing souls with a wild frown

Mostly – a nurturer with heart
and soul, she does her part
at feeding plants, quenching thirst
so that we thrive – in life immersed

In summer months of august, july, june
– a companion at play for hot afternoons
splashing and swimming, sprinkled with glee
a relief for hot bodays, a cool color to see

Infinitely – the largest embrace
nothing else big enough in this place
to hug the earth, wrap arms all around
he is the border, the blanket, the bound.

 

Today’s prompt from NaPoWriMo.net was to write about something from several different perspectives. Admittedly, I’ve chosen a very general topic, but I’ve also managed to keep the word for it (almost) out of the poem. Can you guess? I’ll solve the riddle tomorrow.

Heute sollten wir etwas von mehreren verschiedenen Perspektiven beschreiben und als ich heute Morgen über die Brücke über den Fluss geradelt bin, hatte ich meine ersten Verse und die Idee. Eigentlich hab ich es damit schon verraten, wer trotzdem nicht drauf kommt bekommt morgen die Auflösung.